Gewalt im Internet-
Ein Thema in Forschung und Praxis
Kinder und Jugendliche haben über das Internet einen umfassenden Zugang zu einer Vielzahl von
Informations-, Kommunikations- und Partizipationsmöglichkeiten und nutzen diese regelmäßig. Dies
Ermöglichkeit eine frühe Teilhabe an unserer modernen Informationsgesellschaft. Allerdings birgt
jedes Medium sowohl Förderungs- als auch Schädigungspotential. Angebote im Netz sind in der
Regel weder kontrolliert, noch hinsichtlich ihrer Inhalte gefiltert und indiziert. Daher ist es
besonders wichtig, wie diese Medien genutzt werden. In anderen Worten: Kinder und Jugendliche
müssen frühzeitig angemessene Medienkompetenzen entwickeln.
Während Kompetenzen zur (technischen) Mediennutzung bereits häufig im jungen Alter vorhanden
sind, mangelt es in der Regel noch an Fähigkeiten zum reflexiven, kritischen und ethischen
Umgang mit Medien. Das birgt Gefahren, die für Eltern und Lehrer häufig gar nicht offensichtlich
sind, da sich die Medienwelt von Eltern und Lehrern von der von Kindern und Jugendlichen oft
stark unterscheidet.
Beispielsweise berichten in Deutschland ca. 30 % der Jugendlichen, dass sie schon einmal Opfer
von Cybermobbing waren. Dies wird von Jugendlichen häufig als äußerst belastend erlebt. Darüber
hinaus berichten vor allem Jungen, dass sie pro Tag im Durchschnitt ca. 90 Minuten
Computerspiele spielen; am liebsten Actionspiele und Shooter. Wissenschaftliche Untersuchungen
zeigen, dass sich der Konsum solcher Spiele auf die Aggressivität der Spieler auswirken kann.
Neben Cybermobbing und der Nutzung von Computerspielen birgt die Nutzung der neuen Medien auch
Gefahren im Bereich der sexuellen Belästigung. Unterschiedlichste Täter nutzen das Medium
Internet um potentielle Opfer zu kontaktieren. Für Kinder und Jugendliche birgt dies besondere
Gefahren.
Aufgrund dieser Befunde gehen wir davon aus, dass Kindern und Jugendlichen vor allem kritische
und ethische Aspekte der Medienkompetenz vermittelt werden sollten, die ihnen letztendlich eine
angemessene Selbstregulation ihrer Mediennutzung ermöglichen.
Zu diesem Thema führen wir einerseits in der Praxis Präventionsmaßnahmen für Schulen und
Vorträge für Eltern und Lehrer durch. Darüber hinaus bieten wir laufend Lehrveranstaltungen und
Qualifizierungsarbeiten zu diesem Thema an und forschen selbst auf diesem Gebiet. Mehr darüber
können Sie auf den hier verlinkten Seiten erfahren.
Ansprechpartner:
- Dr. Stephanie Pieschl (mehr Information)
- Dr. Torsten Porsch (Email)